Vom Hinterhof in die Welt

 

Hallo Nachbar! E-Bikes von Coboc entstehen nur einen Steinwurf entfernt vom fahrstil-Hauptquartier in Heidelberg. Da trinkt man spontan mal einen Kaffee zusammen oder fachsimpelt auf dem Flur des lokalen Kreativzentrums Dezernat 16. Wie den Machern um David Horsch und Anton Trojosky die Symbiose von Fahrzeugtechnik und Designobjekt gelingt erzählt uns der dritte im Bunde. Zum Gespräch mit Coboc-Mitgründer Pius Warken.

Text und Fotos: Michael Ziegler

 

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Wie kam es zu Coboc? Und was ist die Idee dahinter?
Die Idee E-Bikes zu konstruieren kam schon während meines Physikstudiums auf. Die Begeisterung für schnelle Fortbewegung auf zwei Rädern war von jeher präsent. Dementsprechend arbeitete ich parallel zur Uni als Bikemessenger. Ein puristisches, leichtes und robustes Bike zu fahren und dieses Fahrzeug durch zusätzliche elektrische Power zu perfektionieren – das war die Vision. Zusammen mit meinem Freund und Studienkollegen David Horsch, der gerade am Lehrstuhl für hybrid-elektrische Fahrzeuge am KIT arbeitete, machte ich mich an die Arbeit und wir gründeten Coboc. In den darauffolgenden fünf Jahren haben wir es geschafft, die ursprüngliche Vision in die Realität umzusetzen. Die Begeisterung ist ungebrochen – Coboc hat den Markt der Elektromobilität um eine neue Facette bereichert.

 

Gab es einen besonderen Moment, eine Initialzündung?
Unser erstes Pedelec Coboc ONE eCycle gewann neben dem Bundespreis ecodesign und dem ISPO brandnew Award sogar den Eurobike Award in Gold. Mit einer so gewaltigen Resonanz in Medien und Öffentlichkeit haben wir nicht gerechnet. Danach war für uns klar: Unsere Bikes müssen die Straßen elektrisieren!

 

 

Was hat sich seit den Anfangszeiten geändert?
Zu Beginn waren wir in einer Hinterhofwerkstatt, in der alles gleichzeitig statt fand – vom Prototyping und der Entwicklung, über die Montage, bis zur Kommunikation. Seitdem sind wir auf zwei Werkstätten, eine für Elektronik und eine für Metall, Räumlichkeiten für Montage & Logistik, Lager, sowie fünf Büroräume und zwölf qualifizierte Mitarbeiter gewachsen. Die komplette Entwicklungsarbeit von Design und Rahmenkonstruktion bis hin zum Herzstück unserer Bikes, der eigenen Antriebsplattform Coboc Drive, inklusive Soft- und Hardware, findet hier in Heidelberg statt. Dieses rasante Wachstum möchten wir hochhalten, wozu wir aktuell auch dringend noch Verstärkung im Innen- und Außendienst suchen. Dynamische Charaktere, die boc auf unsere Bikes haben! Was definitiv geblieben ist: Die Passion für das Produkt und ein Team, das auf Augenhöhe und mit hochgekrempelten Ärmeln arbeitet.

 

Und für wen sind eure Räder?
Komischerweise sind unsere Coboc-Fahrer oft Menschen, die von sich selbst bis eben nicht glaubten, dass sie mit Mitte 30 E-Bike fahren. Der Kick vom E-Speed nach der ersten Probefahrt bringt aber selbst dieses Publikum auf die Idee Elektromobilität in ihren Alltag zu integrieren. Nicht zuletzt durch puristisches Produktdesign haben wir es geschafft dieses Umdenken anzustoßen.

 

 

Smarte und urbane Mobilität wird immer wichtiger – wie lässt sich Coboc darin einordnen? Was können wir von der Zukunft erwarten?
Coboc setzt sich mit dem Zeitgeist realer Bike-Kultur auseinander. Daraus entstehen Produkte mit Sinn, die einen technischen Fortschritt versprechen. Im TECHNOSEUM Mannheim, zur aktuellen Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre“, stellen wir unser alugebürstetes ONE Soho aus. Zu diesem Urban Bike entwickeln wir auch eine Ladestation – und zeigen in Kürze den Prototyp. Ziel ist hier, wie bei all unseren Produktentwicklungen, die Funktionalität für den Coboc-E-Bike-Fahrer bestmöglich zu erweitern. Die Coboc-App mit vielen Features ist ein schönes Beispiel für unsere Schaffensart. Die vollintegrierte Technik in unseren Bikes hat dieses Jahr die drahtlose Anbindung an das Smartphone des Coboc-Nutzers möglich gemacht. Ein Coboc-Bike soll Anreiz schaffen auf den Kleinwagen zu verzichten.

 

Wir freuen uns darauf – danke für das Gespräch!