Die Verführer

Tune-Parts sind legendär, haben Fahrradleichtbau definiert und eine ganze Branche dafür sensibilisiert. Dass die Natur stets Pate bei der Entwicklung steht und auch bei der Produktion nicht unbedenklicher Materialien nie aus dem Fokus gerät, das zeigt ein Hausbesuch bei der Firma, die leichte Radteile zum quasi erotischen Kult erhoben hat.

Für Ausgabe #18 – grün (leider vergriffen) hat fahrstil bei besagter Firma in Buggingen bei Freiburg vorbeigeschaut. Die Impressionen.

Fotos: Kay Tkatzik
Text: Florian Storch

 

 

 

Gründer Uli Fahl und Nachfolger Sebastian Linser.

 

 

Aufregende Exponate erheben den Tune-Stand auf der Eurobike alljährlich zur Pilgerstätte für Gramm- und Technikfetischisten.

 

 

Farbgewaltige Dokumentation technischen Fortschritts: Die Bilder an den Wänden von Fahls Büro stammen von seinen beiden Kindern.

 

 


Spaß als Kreativquell: Auf dem Birdy-Faltrad mit Düsenantrieb – Top-Speed 80km/h raste Tune-Gründer Fahl 2008 außer Konkurrenz zum Streckenrekord beim Schauinsland-König nahe Freiburg.

 

 

Beim rapiden technischen Fortschritt im Hause Tune blieb keine Zeit, die geschenkten Profi-Trikots von Ulrich & Co. in goldene Rahmen zu fassen.

 

 

Schlanke Tune-Cantileverbremsen kontrastieren Uli Fahls voluminöses, historisches Klein-Bike perfekt.

 

 

Leichtgewicht ist eine Form der Ästhetik.

Uli Fahl

 

 

 

 

Erstes Produktionsgerät: Auf dieser keinen Ecco-Drehmaschine fertigte Uli Fahl das Tune-Urprodukt – den Schnellspanner.

 

 

Perfektes Zuhause für Velosophen: Einer von drei Ingenieuren bei der Namenentwicklung.

 

 

Höchste Sorgfalt: Die blaue Mach-1-Maschine dient beim Laufradbau von Hand der Qualitätskontrolle.

 

 

Das Lager lässt ahnen, wie groß das Produkt-Portfolio und die Farbvielfalt über die Jahre geworden sind.

 

 

Geheimniskrämerei sichert den technischen Vorsprung: Nur drei Mitarbeiter kennen die exakte Materialzusammensetzung die sich hinter der blauen Farbmarkierung dieser Alu-Stangen verbirgt.

 

Mensch, Maschine, Natur – das geht hier gut zusammen.

 

Gut zu tun haben die CNC-„Mitarbeiter“ Emco und Mazak – die beiden Fräsmaschinen von Tune – wie der Fertigungsplan zeigt.

 

 

 

 

Läppische 700 bis 800 Sekunden benötigt die Zentriermaschine zur Grobeinspeichung eines Laufrades. Produktionsvolumen p.a.? „Einige“, so Linser.

 

 

Pro Umwelt: Materialverschwendung mag man bei Tune nicht, weswegen konsequent alle Produktionsabfälle vollständig recycelt werden.

 

 

Kunstvoll gefertigte, verblüffend leichte Naben: Seit gut 20 Jahren eine echte Tune-Spezialität.

 

 

Teile müssen ja auch oft biegsam sein. Sind sie das nicht, brechen sie. Denk an eine Palme, die im heftigen Tropensturm biegsam sein muss.

Uli Fahl