Höhen und Tiefen: Bodensee Gravel Giro 2017

Bereits zum dritten Mal lud VPACE-Macher Sören Zieher zum Bodensee Gravel Giro nach Ravensburg ein. Ein Pflichttermin für Gravel-Liebhaber! Als dann um 4.30 Uhr der Wecker klingelte, kostete das schon ein bisschen Überwindung – die Vorfreude auf ca. 100 Kilometer Schotter am Bodensee überwogen allerdings.

Text: Tobias Hemmer, Fotos: VPACE

Am VPACE-Showroom den reich gefüllten Starterbeutel abgeholt, setzten sich die rund 90 Damen und Herren leicht verspätet in Bewegung. Ein kurzes Stück Asphalt durch das recht anschauliche Ravensburg bot mit ein paar Ampelstops die Möglichkeit die Räder der MitfahrerInnen zu begutachten: Edles Titan, schöner Stahl, dynamisches Carbon – wahlweise als waghalsiger Singlespeeder.

 

Das Rad der unbegrenzten Möglichkeiten konnte auf dem schlammigen Untergrund, den regnerischen Tagen im Vorfeld geschuldet, auch schon bald seine Vorteile ausspielen. Die Strecke zeigte sich mit ihren längeren Singletracks und ein paar steilen, rutschigen Anstiegen durchaus anspruchsvoll. Nach einigen Kilometern sorgte das "Achtung: 30%-Steigung"-Schild für einige verdutzte Blicke – zwar auf Asphalt, aber doch sehr intensiv. Insgesamt waren es stattliche 1.300 Höhenmeter.

Die Witterung ließ sich treffend mit dem Wetter-Fee-Klassiker „heiter bis wolkig“ zusammenfassen. Nach 70 Kilometer konnte man den Bade-Stop im Bodensee und die vitaminhaltigen Snacks und Getränke dann auch in der Sonne genießen. Der kleine Eiswagen bezog überraschend gut getimt Position. Lecker.

 

Die letzten 40 Kilometer nach Ravensburg vergingen wie im Flug, obwohl die Strecke seinen Tribut am Material forderte. Hin und wieder standen MitfahrerInnen zum Reifenwechsel am Wegesrand. Auch selbst blieben wir nicht verschont: Ein Durchschlag sechs Kilometer vor dem Ziel – 1.000 Meter später riss die Kette.

 

Das wellige, letzte Waldstück wurde trotzdem irgendwie gemeistert und unter uns im Tal gelangte wieder die Stadt der Türme und Tore ins Sichtfeld. Man konnte die angekündigte Pasta schon fast riechen. In angenehmer Atmosphäre ließen sich Salat, Pasta und natürlich das ein oder andere alkoholische Getränk extra gut verzehren. Nach dieser ereignisreichen Ausfahrt konnte auch der Gedanke an die dreieinhalb stündige Rückreise die Stimmung nicht trüben. Aber auch der schönste Tag geht mal zu Ende – so auch dieser. In diesem Sinne, frei nach der Ode an den Bodensee: „Ach mir tut das Herz so weh, wenn ich im Glas den Boden seh!“.

Bis zum nächsten Mal!